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Großer Brand von Nordhalben im Jahr 1856

Großer Brand 1856 - Verkündbuch

Aus dem Verkündbuch - Pfarrer J. Stadter, 23. März 1856


Trauriges Osterfest für die Bewohner Nordhalbens! Keine Kirche, keine Paramente, keine Wohnungen! Jammer, Not und Elend. Am 19. März früh 2 Uhr brach in einem Hause in der Nähe der Marienkapelle Feuer aus, ohne die Entstehung desselben ermitteln zu können.

Dieses Element griff so schnell und wütend um sich, daß es sich sogleich im ersten Hause sein Opfer auserkorte. Die Magd verbrannte, und die übrigen Bewohner desselben retteten nur das nackte Leben. Die Flamme leckte von einem Hause zum anderen, und fand reichliche Nahrung an den von der Märzenluft ausgetrockneten Schindeldächern und an den aus Holz erbauten Wohnungen.

Das Wasser mangelte, die Feuerhaken verbrannten. Daher kam es, daß der ganze Marktflecken samt Kirche, Pfarrhaus und Landgericht in einer Stunde in voller Feuerglut stand, und in der anderen Stunde zusammenstürzte und der Erde gleich war. An Rettung von Habseligkeiten aller Art konnte nicht gedacht werden.

Aus der Kirche wurde vom Pfarrer das Sanctissimum mit der Monstranz und dem Ciborium unter dem Zusammenstürzen des Turmes gerettet. Außer dreier silberner Kelche, einigen Meßgewändern, wovon jedoch die Kelchgedecke verbrannten, mußte alles den Flammen preisgegeben werden.

Am hl. Osterfeste wurde das hl. Meßopfer in der Kapelle bei der Dorschenmühle (Thomasmühle?) im Grunde mit tiefer Rührung dargebracht, wozu der Hochw. Herr Dechant Grohe in Steinwiesen ein altare portatile gefälligst übersendete. Von nun wurde die ganze Woche hindurch die hl. Messe dortselbst gelesen.

Weißer Sonntag, 3o. März 1856:
Vormittag um 9 Uhr eine hl. Messe in den Ruinen der Pfarrkirche unter dem noch stehenden Chorgewölbe.

3o. Oktober 1859:
Am künftigen Sonntag als dem o6. November wird, mit Erlaubnis des hochwürd. Generalvikariats Bamberg, die hiesige Pfarrkirche durch den hochwürdigen Herrn Dechant Herberich zu Teuschnitz zum gottesdienstlichen Gebrauche benediziert. Nach der Benediktion folgt dann die Festpredigt und das feierliche Hochamt.

Bemerkt wird, daß vor Vollendung der Benediktion niemand in die Kirche gehen und daselbst sich aufhalten darf. - Die hiesigen Pfarrkinder werden hiervon auch die Auswärtigen so viel als möglich verständigen, damit es nicht am Ende heißt: sie seien ausgewiesen worden.-

Die Consecration dieser Kirche wird voraussichtlich im nächsten Jahre durch Seine Exzellenz, den Hochwürdigsten Herrn Erzbischof von Bamberg vorgenommen werden.

Dienstag, 25. Juni 2019

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